Workshop und Literatur — Dichtung und Wahrheit

Warum überhaupt einen Bürger-Workshop? Es läuft doch alles gut! Wir haben Ämter für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Dezernate für Kultur und Bauen, haben eine funktionierende Verwaltung, ein von Bürgern gewähltes Parlament und vieles drumherum. Ist doch alles paletti – oder?

Dazu eine Antwort aus dem Roman von Robert Musil:

Der Mann ohne Eigenschaften
„Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben… Das ist eine Forderung des Wirklichkeitssinnes. Wenn es aber Wirklichkeitssinn gibt…, dann muß es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann. Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muß geschehen; sondern er erfindet: Hier könnte, sollte oder müßte geschehen; und wenn man ihn von irgend etwas erklärt, daß es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist… Solche Möglichkeitsmenschen leben, wie man sagt, in einem feineren Gespinst, in einem Gespinst von Dunst, Einbildung, Träumerei und Konjunktiven; Kindern, die diesen Hang haben, treibt man ihn nachdrücklich aus und nennt solche Menschen vor ihnen Phantasten, Träumer, Schwächlinge und Besserwisser oder Krittler. Wenn man sie loben will, nennt man diese Narren auch Idealisten: Das Mögliche umfaßt jedoch nicht nur die Träume nervenschwacher Personen, sondern auch die noch nicht erwachten Absichten Gottes“.

Lesenswertes zum Theater Trier:

  • Arbeitshilfen 175: Umnutzung von Kirchen. Beurteilungskriterien und Entscheidungshilfen, Hg.: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2003 (Zugriff 15.09.2017: https://www.ekir.de/bauberatung/mobile/entwidmung-grundsaetze-131.php)
  • Codex iuris canonici (CIC), Richtlinien zu Teil III Heilige Orte und Zeiten, exzerpiert von Alois Peitz. Online unter www.codex-iuris-canonici.de
  • Gerhard Graubner, Theaterbau – Aufgabe und Planung, München 1968 (Darin ist ab S. 65 auch das Tierer Theater vorgestellt!)
  • Dominik Heinrich, Jürgen Maas und Johannes Michael Nebe (Hg.), Der Viehmarkt im Brennpunkt, Schriftenreihe des Trier-Forum e.V., Trier 1989
  • Entwidmung. Grundsätze für gottesdienstlich genutzte Gebäude, Hg.: Evangelische Kirche, o.O. 2005 (Zugriff 31.07.2017: https://www.ekir.de/bauberatung/mobile/entwidmung-grundsaetze-131.php)
  • Karl-August Heise, Die alte Stadt und die neue Zeit,  Stadtplanung und Denkmalpflege Triers im 19. und 20. Jahrhundert , Trier 1999
  • „KLÖSTER IN TRIER” von der Spätantike bis zur Gegenwart. Eine Ausstellung der Katholischen Erwachsenenbildung Trier, Trier 1984

  • Claus Zander, Das Theater der Stadt Trier 1945 -1995, Gesammelte Aufsätze, Trier 2007

Literatur über den Tellerrand heraus

  • Marc Augé, NICHT-ORTE, München 1992
  • Italo Calvino, Die unsichtbaren Städte, München und Berlin 1972
  • Hermann Kasack, Die Stadt hinter dem Strom, Roman,  Berlin 1947
  • Benedikt Loderer, Der Mensch sieht mit den Füßen: 13 Reden zu Architektur und Gestaltung, Zürich 1995
  • Peter Zumthor, Architektur denken,  Basel 2006
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