Das Theater und die Hindenburgstraße

Theater Trier, Blick von Hindenburgstraße © Alois Peitz

Nach dem Workshop ist vor dem Workshop. Vor der Abstimmung im Stadtrat am 29.01.2019 über den Grundsatz- und Bedarfsbeschluss zur Sanierung des Theaters hatten die Vereine Trier-Forum und baukultur trier Gelegenheit, die Ergebnisse des Workshop „Alles ums Theater“ den Fraktionen zur Kenntnis zu geben. Der Öffentlichkeit werden alle Ergebnisse im Einzelnen in einer künstlerisch geprägten Abendveranstaltung am Mittwoch, dem 3. April 2019 im Foyer des Stadttheaters noch einmal vorgestellt und in einer Dokumentationsschrift allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Es sind viele Einzelergebnisse, wie sie der TV in seiner Ausgabe vom 11. Februar 2019 noch einmal detailliert vorgestellt hat.

Vieles ist Zukunft, das ein oder andere aber müsste jetzt aufgegriffen und mit den konkreten Vorstellungen und Entscheidungen der Verwaltung über die Durchführung des Realisierungswettbewerbes zur Sanierung des Theaters verknüpft werden. Dringende und von allen Teilnehmern des Workshops getragene Empfehlung ist dabei die Nutzung des kircheneigenen Grundstücks entlang der Hindenburgstraße. Zur Entwicklung städtebaulicher Möglichkeiten einer Öffnung und Einbindung des Theaters in den Stadtraum, sichtbar und einsichtbar für alle, würde damit eine substantielle Voraussetzung geschaffen.

Wie hatten sich die Planenden und der Stadtrat 1962 die Einbindung in das Stadtgefüge vorgestellt? Das Theater sollte sich sich einmal nach Südosten in Richtung Hindenburgstraße und Viehmarktplatz weiter entwickeln. Wer einmal über die Mauer an der Hindenburgstraße aufs Theater schaut (besser noch vom OG des Hauses gegenüber), der erlebt eine Überraschung. Er sieht das Theater „von vorne”, er erkennt von dort die Achse des Bühnenturms. Wie ein Bug kommt in voller Breite das Foyer auf ihn zu. Da wird erst bewusst, dass der heutige Eingang vom Augustinerhof wie ein Seiteneingang empfunden wird. Die Architekten 1962: „Um vor dem Theater (zur Hindenburgstr., d.Verf.) die vorgesehenen Grünanlagen schaffen zu können, müssen außerdem weitere Grundstücke freigemacht werden.“ *

Das Spannungsverhältnis zwischen dem geschlossenen introvertierten Kern des Theaters und dem sich (auf „demokratische Weise”, Graubner) nach allen Seiten in die Stadt öffnenden Foyer ist eigentlich in seiner ganzen Bedeutung nur von der Hindenburgstraße zu erleben. Das hat jetzt eine Chance, wo das Grundstück der Kirchengemeinde St. Antonius an der Hindenburgstraße incl. Pfarrhausgebäude des Architekten H. O. Vogel zum Erwerb oder zur Pacht ansteht. Eine einmalige Chance zur Freistellung des Theaters und seiner Erschließung auch „von vorne”. Ganz im Sinne der Planer der 60er Jahre, ganz im Sinne des Workshops vom November 2018.

Text: Alois Peitz, Trier-Forum e.V.


*Gerhard Graubner, Theaterbau – Aufgabe und Planung, München 1968, S. 65.

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